2000 An der Fähre Höfgen-Nimbschen
Das Fährleutetreffen war am 4. und 5. November im
sächsischen Nimbschen und Höfgen bei Grimma
and der Mulde.
1999 Fähre am Hochseil lieferte
Diskussionsstoff
In Schweringen an
der Mittelweser trafen sich Fährleute aus ganz
Deutschland - Drei neue Publikationen der AG Binnenfähren
erschienen -
Fachleute aus der
Praxis und der Wissenschaft verfielen in eine lebhafte
Diskussion, als die Gastgeber beim 12. Deutschen Fährleutetreffen
in Schweringen (Kreis Nienburg) die Technik zur Querung
der Mittelweser vorstellten: Der neue stählerne
Prahm, der seinen betagten Vorgänger aus den Jahren
1947 und 1948 ersetzen wird, erhält einen elektrischen
Antrieb und zur Sicherung eine Grundkette und wird an
einem Hochseil über die Mittelweser geführt.
Die Schweringer Landwirte hatten jahrelang um den für
ihre Existenz so wichtigen Neubau gekämpft, der
zur Zeit auf einer Binnenschiffswerft in Derben an der
Elbe vor seiner Fertigstellung steht.
Die wirtschaftliche
Bedeutung der Bauernfähre leitet sich aus einem
Naturereignis in der frühen Neuzeit ab: Weil die
Schweringer Landwirte durch eine Veränderung des
Flußlaufes im 15. und 16. Jahrhundert von ihren
Nutzflächen abgeschnitten wurden, richteten sie
selbst diese Fährverbindung ein, die neuerdings
von einem "Realverband der Strohfelder in Schweringen"
betrieben wird. Den Fährdienst leisteten zuletzt
im Wechsel nach einem festen Fahrplan fünf Landwirte
und ein ehemaliger Lehrer. Außer den immer größer
und schwerer werdenden Treckern und landwirtschaftlichen
Geräten befördert die Bauernfähre auch
viele wandernde und radfahrende Touristen.
Weiteren Gesprächsstoff
beim 12. Fährleutetreffen, auf dem hundert Teilnehmer
von Fähren aus ganz Deutschland vertreten waren,
bildeten drei neue Publikationen, herausgegeben von
der Arbeitsgemeinschaft Binnenfähren in Deutschland
beim Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven.
Ziel dieser AG ist es, Fährbetreiber und Fährleute
mit Wissenschaftlern zusammenzuführen und so die
Erforschung der Geschichte des Fährwesens voranzubringen.
Zum Fährleutetreffen hat die AG ein Doppelheft
ihres Mitteilungsblattes "Der Fährmann"
herausgebracht, das wie schon das vorausgegangene Heft
den sächsischen Elbfähren gewidmet ist. Ebenfalls
neu auf dem Markt ist Band 2 der Schriftenreihe der
AG Binnenfähren, deren Redaktion in den Händen
des DSM-Wissenschaftlers Hans-Walter Keweloh liegt.
Titel und Inhalt bedeuten eine Verneigung vor den Gastgebern
des Treffens: "Fähre Schweringen - die letzte
schwimmende Brücke der Mittelweser".
Schließlich
liegt noch die "DSM-Fährdatei 99" vor,
die von Friedrich-Wilhelm Brandt (Syke), Rita Vogtmann
und Michael Brecht (beide Neuwied), alle drei engagierte
Mitglieder des Fördervereins Deutsches Schiffahrtsmuseum,
aktualisierte, nach Gewässern geordnete Datei aller
deutschen Fähren auf Flüssen, Kanälen,
Seen, Förden und in Häfen.
Alle Veröffentlichungen
sind über das Deutsche Schiffahrtsmuseum zu beziehen.
Zum ersten Mal nahm
in diesem Jahr auch ein französischer Fährmann
am Fährleutetreffen teil. Der Betreiber der Fähre
in Seltz am Oberrhein hat seine Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft
angekündigt. Neu war auch der Niederrhein mit der
Fähre Rees-Reeserschanz vertreten.
Quelle: Deutsches
Schiffahrtsmuseum, Presse-Info-Service, Info Nr. 22/99
vom 11.11.1999
1998 Ansprechpartner für Fähren
an der Oberelbe gefunden
Arbeitsgemeinschaft
"Binnenfähren in Deutschland" schaut
auch über die Landesgrenze hinaus - Ein Treffen
und eine wissenschaftliche Tagung an zwei aufeinanderfolgenden
Wochenenden im November
Deutschlands Fährleute
sind geschichts- und traditionsbewußt, sie pflegen
die Freundschaft untereinander. Das zeigte sich erneut
an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Beim Fährleute-Treffen,
zu dem Fährbesitzerin Silke Methe nach Pretsch
an der Elbe geladen hatte, feierten die Teilnehmer nicht
nur das Wiedersehen mit Kollegen von vielen deutschen
Flüssen und Seen, sie hatten auch Gelegenheit,
bei der Besichtigung des Betriebes die wirtschaftlichen
Folgen des Hochwassers aus nächster Nähe zu
beobachten: Der Anleger stand noch unter Wasser, der
Betrieb ruhte. Eine Woche darauf, bei der Tagung der
vor zwei Jahren im Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM)
in Bremerhaven gegründeten Arbeitsgemeinschaft
"Binnenfähren in Deutschland" in Dresden,
rückte dann die wissenschaftliche Arbeit in den
Vordergrund.
Schon in Pretsch
konnte die AG zwei neue Publikationen vorlegen, die
bei den Teilnehmern nicht nur auf starkes Interesse
stießen, sondern auch viele Abnehmer fanden. Friedrich-Wilhelm
Brandt (Syke), der als ehrenamtlicher DSM-Mitarbeiter
an der Geschichte der deutschen Binnenfähren schreibt,
hatte mit Unterstützung von Rita Vogtmann und Michael
Brecht (beide aus Neuwied) eine verbesserte und erweiterte
Fährdatei vorgelegt.
Dabei waren ihnen
die Hinweise zahlreicher Fährfreunde im In- und
Ausland eine große Hilfe. Viel Anklang fand auch
das dritte Heft der Zeitschrift "Der Fährmann",
die von Dieter König (Bremen) redigiert wird. Gastgeber
der Tagung der Arbeitsgemeinschaft im Verkehrsmuseum
Dresden war der in diesem Hause für den Bereich
Schiffahrt zuständige Wissenschaftler Bernd Zibler.
Er und sein ehrenamtlicher Mitarbeiter Ehrhardt werden
für die Arbeitsgemeinschaft und damit auch für
das Deutsche Schiffahrtsmuseum zukünftig kompetente
Ansprechpartner sein, wenn es um die historische Entwicklung
der Fähren an der Oberelbe geht.
Genau diesen Bereich
für den Zeitraum nach der Wende behandelte der
Geschäftsführer der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft
Pirna-Sebnitz mbH., Herr Henkel, in einem ausführlichen
Referat. Das von ihm geleitete Unternehmen betreibt
noch regelmäßigen Fährverkehr an acht
Stellen der Oberelbe bis an Dresden heran. Nachdem die
Gesellschaft einzelne unwirtschaftliche Fähren
stillgelegt hat, schreibt sie inzwischen wieder "schwarze
Zahlen".
Die Arbeitsgemeinschaft
blickt inzwischen auch über die Landesgrenzen hinaus.
In Dresden berichtete Dieter König über eine
sehr aktive niederländische Bürgervereinigung,
die sich - ins Deutsche übersetzt - "Freunde
der Fußgängerfähren" nennt.
Im kommenden Frühjahr
wird die Arbeitsgemeinschaft im Elbe-Schiffahrts-Museum
Lauenburg tagen, dessen Leiter Werner Hinsch ihr aktives
Mitglied ist. Die Fährleute haben sich sogar schon
auf die beiden nächsten Trefforte festgelegt. 1999
kommen sie in Schweringen an der Mittelweser zusammen,
bei Stromkilometer 288,66 und damit in dem Ort der nächsten
Flußquerung per Schiff südlich der Sielwallfähre
in Bremen. Die Realgemeinde Schweringen hat für
den Fährverkehr gerade einen Neubau in Auftrag
gegeben. Im Jahr 2000 wird das Fährleute-Treffen
in Grimma an der Elbe stattfinden.
Quelle: Deutsches
Schiffahrtsmuseum, Presse-Info-Service, Info Nr. 19/98
vom 07.12.1998
1997 Schon Karl der Große kampierte
in der Nähe des Fährortes Herstelle
Arbeitsgemeinschaft
Binnenfähren in Deutschland überraschte beim
Deutschen Fährleutetreffen mit drei Publikationen
auf einen Schlag - Deutsches Schiffahrtsmuseum stellte
mit Hilfe des Fördervereins Anschubfinanzierung
für Mitteilungsblatt bereit
Gleich drei Gastgeschenke
hatten Volkskundler Hans-Walter Keweloh und Dipl.-Ing.
Friedrich-Wilhelm Brandt von der 1996 am Deutschen Schiffahrtsmuseum
(DSM) in Bremerhaven gegründeten "Arbeitsgemeinschaft
Binnenfähren in Deutschland" im Gepäck,
als sie dem 10. Deutschen Fährleutetreffen in Herstelle
an der Oberweser ihren Besuch abstatteten.
Sie legten Band
1 der neuen Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft vor,
in dem sich Brandt als Autor - quasi eine Verbeugung
vor dem Gastgeber - ausschließlich mit dem Schauplatz
des diesjährigen Treffens beschäftigt: "Herstelle
- ein Fährort mit Tradition". Dazu überraschten
sie die versammelten Fährfrauen und Fährmänner
mit der Nullnummer des Mitteilungsblattes der Arbeitsgemeinschaft,
das unter dem Titel "Der Fährmann" zumindest
einmal im Jahr, möglichst zum Fährleutetreffen,
erscheinen soll.
"Der Fährmann"
fand ebenso starken Anklang und Absatz wie die neu aufgelegte
Datei "Binnenfähren in Deutschland",
die den bisher registrierten Bestand an 269 Fähren
auflistet und die ständig aktualisiert werden soll.
In alphabetischer Folge sind die Fähren nach den
Flüssen, Kanälen und Seen geordnet, auf denen
sie verkehren, unterteilt werden sie dann noch einmal
nach den Stromkilometern. Um ein Beispiel zu nennen:
"AL" steht für den Fluß Aller,
"AL 5" für die Fähre Otersen an
der Aller. Die Kürzel tauchen vor allem im Mitteilungsblatt
immer wieder auf.
Als Friedrich-Wilhelm
Brandt der Historie von Herstelle an der Oberweser nachspürte,
das seit dem 1. Januar 1970 zur Stadt Beverungen gegenüber
dem auf dem rechten Weserufer liegenden idyllischen
Würgassen gehört, stieß er auf ein reiches
Quellenmaterial. Ein Pastor namens August Engel hatte
1845 in Hameln einen 141seitigen Geschichtsband vorgelegt,
in dem er berichtete, daß Kaiser Karl der Große
797 in der Burg oberhalb der Hersteller Fähre für
etwa fünf Monate hofhielt. Über Furten und
mit Fähren querten die Anwohner, fremde Kaufleute
und Heere schon damals den Fluß. In Urkunden erwähnt
wird die Hersteller Fähre erstmals 1417, im Jahr
des Konstanzer Konvents. Eine über ein Hochseil
geführte Prahmfähre, wie sie heute noch verwendet
wird, sollte jedoch erst in den frühen zwanziger
Jahren dieses Jahrhunderts ihren Betrieb aufnehmen.
Seit 1820 befand
sich die Fähre in Erbpacht der Familie Harding,
wie die heute neunzigjährige Josephine Flebbe,
geborene Harding, bestätigt. Ihr Vater, der letzte
selbständige Fährmann Hermann Harding, verkaufte
das längst nicht mehr florierende Unternehmen 1919
an die Gemeinde Herstelle, die die Fähre sofort
wieder verpachtete. Seit 1987 hält der ehemalige
Binnenschiffer Willi Spieker die Verbindung zwischen
den beiden Weserufern aufrecht. Zu ihm gesellten sich
1984 mit Heinrich Reineke als Mitpächter und Karl
Jäger zwei Berufskollegen. Seitdem läuft zwischen
"Den Drei von der Fähre" ein planmäßiger
Schichtplan ab, von dem vor allem viele Fußgänger
und Radwanderer profitieren.
Weniger in die Vergangenheit,
umso mehr auf die Gegenwart und in die Zukunft blickt
"Der Fährmann", das schick aufgemachte
Mitteilungsblatt der Arbeitsgemeinschaft Binnenfähren
in Deutschland, für das Dieter König, Bremen,
nicht nur die Redaktion übernommen hat, sondern
auch als Verleger fungiert. Um auf "AL 5"
zurückzukommen: Darunter beschreibt Günter
Lühning aus Otersen, wie die Jahrhunderte alte
Fährverbindung über die Aller 16 Fluß-Kilometer
oberhalb der Einmündung in die Weser von Mitgliedern
der Dorfgruppe Otersen im Heimatverein Kirchlinteln
wiederbelebt wurde. Mit großem Erfolg, wie vor
allem der Ansturm von Radwanderern bewiesen hat.
Die Anschubfinanzierung
für das Mitteilungsblatt hat übrigens das
Deutsche Schiffahrtsmuseum mit Hilfe seines Fördervereins
bereitgestellt. Vom Förderverein erhielt die Arbeitsgemeinschaft
aber noch weitere wertvolle Unterstützung - durch
die ehrenamtliche Arbeit von dreien seiner Mitglieder.
Friedrich-Wilhelm Brandt ist bereits seit 1991 ehrenamtlich
am Deutschen Schiffahrtsmuseum tätig, um die Geschichte
der Weserschiffahrt, insbesondere des deutschen Fährwesens
aufzuarbeiten. Er hat, wie der geschäftsführende
DSM-Direktor Professor Dr. Detlev Ellmers lobend hervorhebt,
seine Forschungsergebnisse bereits in mehreren Publikationen
vorgelegt und in einer Wanderausstellung dargestellt.
Beim Aufbau der
Datei hat Brandt in zwei weiteren Mitgliedern des Fördervereins
engagierte Mitstreiter gefunden: Rita Vogtmann und Michael
Brecht aus Neuwied arbeiteten eifrig an diesem Werk
mit, das bei den in Herstelle versammelten Fährleuten
auf starkes Interesse stieß. Mit den drei neuen
Veröffentlichungen hat sich das DSM nochmals nachdrücklich
als Anlaufstelle zur Fährenforschung profiliert.
Das Fährleutetreffen
fand übrigens bereits zum zehnten Male statt. Den
Anstoß dazu, daß sich die Fährleute
in familiärer Runde zusammenfinden und einen Gedankenaustausch
führen sollten, hatte die Fährfrau Brigitte
Müller geliefert, als sie 1988 nach Höfgen
an der Mulde in der damaligen DDR einlud. Beim 11. Fährleutetreffen
in Wittenberg an der Elbe wird mit Silke Methe die Gastgeberin
wiederum eine Fährfrau sein.
Quelle: Deutsches
Schiffahrtsmuseum, Presse-Info-Service, Info Nr. 22/97
vom 19.11.1997 |