Fähren sind in der Regionalforschung
noch weithin unbeachtet geblieben
Jahrtausendelang
bildeten Furten und Fähren Kristallisationspunkte
für Kultur und Wirtschaft ganzer Regionen. Wenn
der Stand der Technik oder die Erfordernisse der Schiffahrt
den Bau von Brücken nicht erlaubten, waren die
Fährstellen Orte, an denen sich die Verkehrsströme
bündelten. Zu den Fähren mit geringerer Bedeutung
gehörte - und gehört auch heute noch - oft
ein Gasthaus. Fährleute waren und sind "Kontakt-
und Informationsbörsen". Nicht selten wurden
hier Kirchen, Klöster und Städte gegründet.
Im zurückliegenden
Jahrhundert ist die Anzahl der Fährstellen ständig
gesunken. Fähren wurden durch Brücken ersetzt
oder als Folge der Motorisierung ersatzlos eingestellt.
Erst in den letzten
Jahren gab es in Deutschland verstärkte Anstrengungen,
Fähren zu erhalten oder neu zu beleben. Mal ging
es darum, ein Denkmal zu schützen, wie bei der
"Schwebefähre" über die Oste in
Osten im Landkreis Cuxhaven oder bei der "Pünte"
über die Jümme in Amdorf im Landkreis Leer.
Mal sind Vereine aus Gründen der Heimatpflege oder
Dorferneuerung tätig geworden, wie an der Fähre
Kronsnest über die Krückau im Landkreis Steinburg
oder in Otersen über die Aller im Landkreis Verden.
Oft geht es Bürgerinitiativen oder Fremdenverkehrsorganisationen
auch "nur" darum, die althergebrachte Verkehrsverbindung
zumindest für Fußgänger und Radfahrer
nicht zu kappen und so soziale und wirtschaftliche Kontakte
zu erhalten.
Dass Fährgeschichte
auch Regionalgeschichte ist, wird aus vielen Quellen
deutlich. Oft war das Fährprivileg oder dessen
Verletzung durch illegale Konkurrenz Gegenstand von
Auseinandersetzungen. Wenn der Landesherr mit seinem
Gefolge - meist unentgeltlich - übersetzte, wurde
dieses ebenso dokumentiert, wie Unglücke, die sich
bei der oft gefahrvollen Überfahrt ereigneten.
Fährleuten war es meist verboten, Verbrecher, Deserteure
oder "liederliche Personen" überzusetzen.
Es hat sogar mindestens einen Fährbezirk gegeben,
in dem ein besonderes Recht galt und der Fährmann
als Richter fungierte. Auch Mythen, Sagen, Märchen,
sowie Lieder, Gedichte und Erzählungen ranken sich
oft um Fähren und Fährleute.
Seit drei Jahren
informiert die Zeitschrift "Der Fährmann" über die verschiedenen Aspekte
des Fährwesens in Vergangenheit und Gegenwart.
Das Mitteilungsblatt wird herausgegeben von der "Arbeitsgemeinschaft
Binnenfähren in Deutschland", einem Arbeitskreis
des Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven. Wer
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Pressemitteilung
vom August 2000 |
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